An Ort und Stelle mit Nora Baldenweg

04.12.12

Während meines Kurztrips nach Paris habe ich neben Margaux auch die wunderbare Nora Baldenweg an Ort und Stelle getroffen. Die hübsche Fashion Journalistin schreibt nicht nur für renommierte Zeitschriften über modische Strömungen und führt Interviews mit interessanten Menschen aus der Branche, sondern hat sich darüber hinaus mit ihren beiden Brüdern ein zweites Standbein in einem ganz anderen Bereich aufgebaut. Great Garbo heißt die Kreativschmiede, in der die Baldenwegs Musik für internationale Werbekampagnen und Spielfilme kreieren.

Facettenreich ist sie allemal, die Nora! Da erzählt sie mir doch glatt noch von ihrer derzeitigen dritten Leidenschaft, nämlich Hautpflege für sich und ihre engen Freunde herzustellen! Sie war mit den auf dem Markt erhältlichen Produkten einfach nicht ganz zufrieden und zaubert nun kurzer Hand eben selbst ökologisch nachhaltige und 100% biologische Pflegeprodukte fürs Gesicht. Wer weiß: vielleicht können wir alle uns bald von den sorgfältig zusammengestellten Beautyprodukten verwöhnen lassen? Eine angenehmere Person habe ich jedenfalls selten zuvor getroffen und so verlief unser Interview auch eher wie ein Gespräch unter Gleichgesinnten. Zum Interview geht’s nach dem Sprung.

 

Warum hier?

Ich tu’ mir eigentlich immer sehr schwer mit Favourites, weil ich ganz viele Lieblingsorte in der Stadt habe – je nach Quartier, je nach Anlass, je nach Tageszeit. Und da wir uns heute gerade hier in Canal getroffen haben, dachte ich das Café “La Chambre aux Oiseaux” wäre sehr nett. Ich mag diesen Ort supergerne, weil er hübsch eingerichtet ist und überall kleine interessante Dinge herumstehen, zum Beispiel diese Kiste mit alten Kinderbüchern und Buntstiften. Auf Schweizerdeutsch würde ich sagen, es ist so schön “heimelig” hier – man fühlt sich einfach sehr schnell wohl. Es ist nicht wirklich eins der typischen Pariser Bistros, die ich übrigens auch sehr gerne mag, sondern eher wie das Wohnzimmer von Freunden.

In diesem Quartier, also auf beiden Seiten des Canal St Martin, tut sich gerade sehr viel! Immer neue Cafés und Läden eröffnen hier und es ist wirklich spannend durch die Straßen zu schlendern und stets etwas Neues zu entdecken.

 

Immer dabei?

Das ist ein bisschen langweilig, aber ich habe – wie fast jeder – immer Schlüssel, Handy und Portemonnaie dabei. Außerdem darf im Moment mein Lippenbalsam von HURRAW! nicht fehlen. Das ist ein super Produkt mit natürlichen Inhaltsstoffen, das lecker nach Kirsche schmeckt.

 

Ratschlag?

Ich glaube der beste Ratschlag meiner Mutter ist “Hör auf dich selbst!” Das haben mir meine Eltern vorgelebt und mir gezeigt, dass man wirklich immer selbst am besten weiß, was gut für einen ist.

 

Dein Lied?

Ich mache ja selbst Musik und es gibt superviele Lieder, die ich gerne mag. So ein Klassiker wäre da zum Beispiel Beautiful Girl von INXS (lacht). Es erinnert mich an meine Anfangszeit in Australien, als meine Familie und ich noch in Sydney gelebt haben.

Am meisten Clicks hat auf meinem iTunes momentan gerade Demons von From Sarah. Ach, und ich liebe auch The National (z.B Bloodbuzz Ohio), oder A.A.Bondy (DRMZ) und Wilco (Jesus, Etc.) – Sänger, die klingen als würden sie neben einem im Bett liegen!

Und wenn ich mit meinen Girls einen typischen Mädchenabend mache, dann lege ich auch gerne mal Beyonce oder Dancing On My Own von Robyn auf.

 

Einen Tag tauschen mit…?

Ich fände es unheimlich interessant einen Tag in die Haut eines Menschen zu schlüpfen, der das sogenannte Savant Syndrome hat. Dabei hat man auf einem bestimmten Gebiet ein unglaubliches Wissen oder sieht bestimmte Zusammenhänge ganz klar. Es gibt ja zum Beispiel jemand, der die Pi-Zahl mit über 22’000 Nachkommastellen mühelos aufzählen kann, weil das für ihn eine so unglaublich schöne, harmonische Zahl ist. Der läuft quasi durch eine wunderbare Zahlenlandschaft hindurch, wo bildlich alles perfekt passt und ineinander übergeht, in der eine Zahl der anderen folgt, und er beschreibt einfach was er sieht.
Oder da gibt es den, der wie ein Computer tausende von Büchern ‘durchscannt’, indem er gleichzeitig mit dem linken Auge die linke Seite und dem rechten Auge die rechte Seite abspeichert – pro Doppelseite braucht er nur ein paar Sekunden und alles was er ‘gelesen’ hat, ist wie bei einem Computer abgespeichert, so dass er jedes einzelne Detail, jede Jahreszahl oder Telefonnummer von jeder x-beliebigen Seite rezitieren kann. Ich fände es wahnsinnig spannend, einen Tag lang mathematische oder naturwissenschaftliche Savant-Fähigkeiten zu haben – vielleicht würden sich mir da einige Türchen öffnen… (lacht)