Dockers: Die Geschichte der Khaki Kultur

09.08.12
Der Preppy Look auf dem Campus in den 1930er Jahren, Bild: Dockers
Steve McQueen in Khaki

 

Khaki-Kultur, was ist das überhaupt? Gehen wir es einfach mal von dieser Seite an:  Ob im Skatepark, als normale Streetwear, bei amerikanischen G.I.s oder in der Chefetage – die Khaki ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Der Siegeszug des Menswear-Klassikers setzte schon im 19. Jahrhundert ein und seine Geschichte ist weitaus interessanter, als man denkt. Deswegen widmen wir uns heute einmal der Geschichte der Khaki-Kultur, die nach wie vor ziemlich populär ist.

Aviator Style, Bild: Dockers Archiv

1846 hatte Sir Henry Lumsden, kommandierender Offizier eines britischen Regiments in Indien, eine glänzende Idee: Um sich dem warmen, staubigen Klima etwas besser anpassen zu können, experimentierte er mit einer Mischung aus Pflanzenextrakten, Kaffee und Saft, um seine Uniformfarbe den örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Die entsprechende gelblich- braune Farbe – von den Einheimischen passend „Kaki“ (Staub) genannt – war für den indischen Armeealltag deutlich besser geeignet. Auch die dünneren, aber dennoch robusten Leinen- und Baumwollstoffe, die er verwendete, waren perfekt gegen die Hitze. Doch auch außerhalb des Militärs warteten Einsatzbereiche auf den neuen Stoff: 1906 übersprangen Khaki-Schnitt und -Couleur ganze Kontinente, als Levi Strauss & Co. die erste Khaki-Hose ins Programm nahm. Bis in die 1970er Jahre blieben Erfolg und Produktion ungebrochen. Und kaum ein Jahrzehnt nach stagnierenden Absätzen brachte Levi’s mit Dockers einen würdigen Nachfolger der populären Khaki-Kollektion auf den Markt.

 

Cary Grant mit Col Bill Duncan und Arnold Albert am Set, Bild: Dockers
Tab Hunter mit Sophia Loren und Gast im Angelo’s, Bild: Dockers

Dank enger Beziehungen zu großen Hollywood-Legenden (unter anderem zu Cary Grant, Elizabeth Taylor, Paul Newman und Tab Hunter) konnte Dockers einen Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik werfen, um persönliche Geschichten der Khaki zu recherchieren. Vom gewagten Kunstflug des Schauspielers Regis Toomey, der den charakteristischen Crammerton-Look als erster auf Zelluloid zur Schau trug bis in die 1950er blieben die Stars und ihre Ausstatter der Khaki treu.

Marlene Dietrich, Bild: thevine.com
Marlene Dietrich, Bild: thevine.com

Auch selbstbewusste Frauen bewiesen Stil – und Mut – im Khaki-Look. So geriet Katherine Hepburn, als erster weiblicher Star, der sich mit Khakis auch in die Öffentlichkeit traute, schnell in Konflikt mit der traditionellen Hollywood-Maschinerie. Doch auch Bette Davis und Greta Garbo waren erklärte Fans der universell einsetzbaren Farbe. Während des Zweiten Weltkriegs trug Marlene Dietrich meist einen schlichten Khaki- Anzug mit Jacke, Hose und Twinset, den der Ausstatter Travis Banton extra für sie entworfen hatte.

Ein großes Thema war die Khaki damals, sagte doch selbst Elisabeth Taylor in ihrer Hochzeit in Hollywood:

“Paul Newman was to Dockers Khaki pants what Marlon Brando is to Levi’s.”

Dockers College Style in den 30ern, Bild: Dockers Archiv

Als die jungen Soldaten in den fünfziger Jahren endlich wieder von der Front nach Hause kamen, trugen sie auch dort weiterhin Khaki. Dank eines speziellen Gesetzes durften sie direkt nach der Rückkehr wieder ans College – und verbreiteten die Khakis so von Campus zu Campus. Der resultierende Preppy Look der 1950er Jahre ist typisch amerikanisch und avancierte bald zum beliebten Stil der Ostküsten-Eliteinternate und –Unis. Doch obwohl die Ivy League diesen Look maßgeblich prägte und verbreitete, finden sich seine Wurzeln schon etwas früher, im New York und Philadelphia der 1920er und 1930er Jahre, wieder. Auch dort trugen Jugendliche bereits pastellfarbene Polohemden zu Khakis und Segelschuhen.

Vintage Dockers Khaki Hosen im Dockers Archiv

In den späten 1970er Jahren übernahmen die Republikaner das Weiße Haus, und es galt plötzlich als schick, konservativ zu sein. Eine ganze Generation gebildeter Babyboomer verfügte über ausreichend Einkommen – und Levi Strauss & Co. erkannte eine entscheidende Marktnische.

Casual Friday, ein nordamerikanisches Phänomen, das sich seit den frühen 1980er Jahren auch in andere Teile der Welt verbreitet, bot der Marke den idealen Einstieg. Nach vier Tagen in steifer Kleidung freute sich ganz Amerika auf den Wochenabschluss, an dem ein etwas lockerer Stil – je nach Firma zwischen Turnschuhen und smart casual angesiedelt – am Arbeitsplatz erlaubt war. Levi Strauss & Co. nutzte die Chance und füllte diese Marktlücke mit einer neuen Freizeitbekleidungsmarke: Dockers. Nach einem knappen Jahrzehnt im Modenirwana  erlebte die Khaki – als lässiger Kompromiss zwischen Anzug und Jeans – ihr willkommenes Comeback und verwandelte Dockers Khaki im Jahr 1987 in die schnellst-wachsende Bekleidungsmarke der Geschichte. Nebenbei trug Dockers in den 1990ern mit casual- stilvollen Designs maßgeblich dazu bei, den allgemein gültigen Bürostil aufzufrischen.

Dockers Werbung aus dem Jahre 1999 mit Justin Janowitz

Aktuell herrscht wieder die große Freiheit: Im Jahr 2012 mischt und mixt man wie selbstverständlich unterschiedlichste Kleidungsstile. High Street wie Maßanfertigungen harmonieren problemlos mit Dockers Alpha Khakis und Tweed-Jacke oder Blazer. Wer die lange Tradition also pflegen möchte, sollte einen Blick auf das neue Alpha Color Injection Package werfen. Die aktuelle Kollektion der bunten Chinos von Dockers gibt es bei Zalando im Onlineshop oder auf Amazon zu bestellen. Khaki-Mania, Boys!