Bergnerschmidt: Schmuck aus Beton

31.07.12

Ludwig Mies van der Rohe machte während der Hochphase des Bauhauses folgende Aussage: „Verwechseln sie bitte nicht das Einfache mit dem Simplen!” Dieser Satz alleine beschreibt das Gestaltungsprinzip des Labels Bergnerschmidt sehr gut. Die beiden Modedesignerinnen Lily Bergner und Elisabeth Schmidt gründeten nach dem Abschluss ihres Studiums an der HTW Berlin 2009 ihr eigenes Label und gestalten seitdem Schmuck aus Beton. Wie unglaublich richtig sie mit dieser Entscheidung lagen, zeigt ein Blick auf ihren irgendwie grazilen wirkenden Schmuck aus dem massiven Material.

Schon im Collect Showroom auf der Capsule ist uns das Berliner Label positiv aufgefallen. Aus wuchtigem Material so etwas Feines, Schlichtes und durchaus Elegantes zu kreieren braucht auf jeden Fall Talent, Geduld und ganz viel Liebe. Das haben die beiden Designerinnen offensichtlich zur Genüge und präsentieren seit nun mehr vier Jahren, was die graue Masse sonst noch so kann, außer ein schnödes Haus oder ein trister, unförmiger Klotz zu sein. Das Design von Bergnerschmidt ist inspiriert vom Bauhaus und in Anlehnung an seinen Grundsatz – weniger ist mehr – konzipiert. Es ist in seiner Aussage formreduziert und somit auf das Wesentliche konzentriert. Der Werkstoff Beton steht für diese klare und kühle Ästhetik und wird somit zur Grundlage ihrer Gestaltung. Besonders tragbar werden die Beton-Stücke durch ihre schlichte und minimalistische Formensprache. Geometrie ist ein wiederkehrendes Element ihrer Arbeiten.

Um etwas Abwechslung in das graue Material zu bringen, veredeln die Mädels das Sortiment teilweise mit Gold und Silber. Hübsche Ketten, Statement-Armreifen und großzügige Ringe aus grauem oder schwarzem Beton verschönern ein jedes Outfit. In einer weiteren Produktserie, die sie “Betonteile“ nennen, gestalten sie funktionale und formschöne Gegenstände für den Schreibtisch. Die neue Kollektion “eben ungerade“, beschäftigt sich mit der Asymmetrie der Dinge, geraden und ungeraden Kanten, schiefen Ecken, die zu Kurven werden und dem einfachen Häuserbau. Redaktionsliebling ist der helle Häuschen-Ring.

Bild: Stjepan Sedlar