G-shock by Maison Martin Margiela

10.04.13

Als mich die News erreichte, Maison Martin Margiela würde mit G-Shock kooperieren, legte sich zunächst meine Stirnpartie in skeptische Falten. Sofort tauchten Bilder aus meiner Schulzeit auf, in der auf einmal jeder, der etwas auf sich hielt, mit einem der knallbunten Baby-G Modelle von G-Shock ausgestattet schien. Die einstigen Bonbonfarben ließen sich in meinen Fantasien nicht so recht zu der Avantgarde-Attitude aus Paris kombinieren, auch wenn es sich bei der Uhr aus der Kooperation nicht um die “Baby-G”, sondern um ein klassisches Retromodell handelte. Wie sollte eine Zusammenarbeit der Pariser Verfechter minimalitischer Schneiderkunst mit dem japanischen Uhrenhersteller G-Shock aussehen?

Schon die ersten Bilder der “Tough Couture”-Uhr zeigten, dass das Label Maison Martin Margiela seiner minimalistischen Linie treu geblieben ist und ein Modell entworfen hat, das ohne viel Schnick Schnack in dezentem Silber schimmert und trotzdem durch extravagantes Design auffällt. Das wollten wir uns genauer anschauen und haben eins der auf 3000 limitierten Modelle, einem modischen Trage- und Geschmackstest unterzogen.

Fazit: Etwas wuchtig umschlingt das breite Lederarmband auf dem die G-Shock Uhr plaziert ist mein Handgelenk. Es fühlt sich an, als trage man ein besonders großes, extrem auffälliges Modeaccessoire und weniger eine Uhr. Das Gesamtwerk kann allerdings auch in zwei Teile zerlegt werden, so kann man entweder die Uhr oder das Armband tragen, was mir sehr gut gefällt. Das Ensemble aus Armband und Uhr ist wenig alltagstauglich, dafür aber garantiert ein absoluter Hingucker – was man ja insgeheim nicht anders vom Couture-Label erwartet hatte.

Es ist wieder wie damals, die Baby-G Uhren passten nie wirklich zu mir, waren ebenfalls viel zu groß für meinen Arm und trotzdem musste ich genau diese Uhr haben. Ähnlich heute: ginge es nicht um eine G-Shock Kooperation mit den wohl drei angesagtesten Buchstaben der Designszene, so hätte ich dieser Uhr wohl keine nennenswerte Beachtung geschenkt und trotzdem ist es, als umwehe ein Hauch Avantgarde meinen linken Arm.